Was macht eigentlich ein agiler Coach?

Was macht eigentlich ein agiler Coach?

Was macht eigentlich ein agiler Coach?

Von der Decke baumelt ein mannsgroßer Astronaut mit der Aufschrift „intergalactic couch doctor“. Der Raum: ein Kreativraum, in dem unbeschriftete Schubladen quer im Schrank stecken. Der Grund: Man soll etwas finden, was man gar nicht gesucht hat, als Inspiration für einen neuen Gedanken – um sie endlich zu finden, die eine wirklich innovative Idee. So in etwa schildert der Autor in einem spannenden Zeit Artikel ein Design Thinking Szenario bei Bosch.

Design Thinking ist wie Scrum, Kanban oder Xtreme in aller Munde. Hierbei handelt es sich um so genannte agile Methoden, die ihren Ursprung in der Softwareentwicklung haben. Mehr und mehr Organisationen wenden heute agile Arbeitsmethoden an, um in einer digitalen und komplexen Welt schneller und flexibler zu agieren und beispielsweise Produkte schneller und markt- und kundengerechter einzuführen. Agile Teams agieren eigenverantwortlich und führen sich weitgehendst selbst.

 

Agiles Arbeiten verändert Werte, Prinzipien und Zuständigkeiten.

Aber was hat das jetzt mit Coaching zu tun? Zum einen brauchen Konzerne Fachleute, die sich mit diesen Prozessen und ihren Dynamiken auskennen und diese auch vermitteln können. Zum anderen werden mit der Einführung eines agilen Projektmanagements auch gewohnte Hierarchien, Zuständigkeiten, Werte und Prinzipien über den Haufen geworfen. Innerhalb eines agilen Teams wird zum Beispiel jeder einmal die Führung übernehmen, die klassische Verantwortung von Führungskräften wird geteilt.

Was zunächst recht simpel und notwendig klingt, entpuppt sich bei der Umsetzung agiler Arbeitsweisen als gar nicht so einfach. Woran liegt das? Wenn man so will, brauchen agile Teams auch agile Unternehmen mit entsprechenden Strukturen. Agilität verändert Unternehmen dauerhaft und damit auch die Haltungen, Erwartungen, Werte und Prinzipien der Führungskräfte und Mitarbeiter.

 

Ein agiler Coach steuert den Prozess und begleitet den Strukturwandel.

Die Verschiebung von Rollen, Verantwortlichkeiten und Machtverhältnissen führt zu Widerständen und Unsicherheiten und stehen dem erfolgreichen agilen Arbeiten häufig im Weg. Hier sehen viele Experten auch die Hauptaufgabe des agilen Coaches.

Denn er oder sie,

1. kennt verschiedene agilen Ansätzen nicht nur theoretisch sondern aus eigener Erfahrung und vermittelt dieses Wissen an Teams und Organisationen. 

2. stellt sicher, dass mit der Einführung und Umsetzung ein echter Mehrwert  geschaffen werden kann und achtet auf klare Ziele und einen echten Auftrag im Rahmen der organisationalen Gegebenheiten.

3. berücksichtigt die Prinzipien und Werte des agilen Arbeitens und achtet auf deren Einhaltung.

4. ermöglicht eine verbesserte direkte Kommunikation und Transparenz.

5. unterstützt den kulturellen Wandel, der oftmals mit dem agilen Arbeiten einhergeht.

Der agile Coach sorgt also für die Prozesssteuerung und Einhaltung klarer Arbeitsprinzipien. Er unterstützt das Team dabei, die neuen Rollen einzunehmen, loszulassen und abzugeben sowie transparent und offen zu kommunizieren. Und gerade hier können Coaches unterstützen – eine Funktion, die sicherlich viele Coaching-Kompetenzen erfordert und sich auf Werte und Prinzipien stützt, die den agilen Werten* in vielerlei Hinsicht ähneln. Je nach Auftrag und Ausgestaltung könnten zusätzlich auch Beratungs- und Trainerkompetenzen notwendig sein. Es gilt hier also aufzupassen und für eine genaue Ziel- und Auftragsklärung zu sorgen.

 

Agile Coaching-Kompetenzen und Rollen:

Agiler Coach

 

Agilität und Coaching passen gut zusammen.

Grundsätzlich kommen wir zu dem Schluss, dass die Einführung agiler Verfahrensweisen in vielen Fällen durch die Begleitung eines Coaches im eigentlichen Sinne unterstützt. Die Aufgaben dieses agilen Coaches unterscheiden sich nicht zu sehr vom klassischen Coaching. Der Hauptunterschied ergibt sich durch das spezielle Prozess-Know how und den jeweilige Coaching Auftrag.

Agilität und Coaching passen also gut zusammen. Vielleicht ist es ein spannendes Experiment, die agilen Arbeitsprozesse und Tools für die Entwicklung neuer Coaching-Tools zu nutzen. Wer hier schon weitergedacht oder Erfahrungen gesammelt hat – wir freuen uns über Euren Input.

Autoren:
Stefanie Thies & Jan Martens

 

 

* Die Werte der Agilität sind im so genannten „Agilen Manifest“* definiert: 

Manifest für Agile Softwareentwicklung

Wir erschließen bessere Wege, Software zu entwickeln, indem wir es selbst tun und anderen dabei helfen. Durch diese Tätigkeit haben wir diese Werte zu schätzen gelernt:

Individuen und Interaktionen mehr als Prozesse und Werkzeuge.
Funktionierende Software mehr als umfassende Dokumentation.
Zusammenarbeit mit dem Kunden mehr als Vertragsverhandlung.
Reagieren auf Veränderung mehr als das Befolgen eines Plans.

Das heißt, obwohl wir die Werte auf der rechten Seite wichtig finden, schätzen wir die Werte auf der linken Seite (fett gedruckt) höher ein.

Die nächste Termine der Calumis Akademie finden Sie hier.

 

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