Dein Potenzial langweilt sich!

Dein Potenzial langweilt sich!

Veröffentlicht in Brand Coaching, Marketing

Dein Potenzial langweilt sich!

Letztens fiel mir eine lustige Postkarte in die Hände. Ein faulenzender Gepard lag mit allen vieren von sich gestreckt wie ein lebloser Sack auf einem umgekippten Baum. Überschrift: „Dein Potenzial langweilt sich“. Was ich an diesem Motiv mag ist die schöne Unterstellung, dass jeder Mensch die Kraft hat, der Welt etwas Besonderes hinzuzufügen. Durch eine Fähigkeit, die man nicht nur besonders gut kann, sondern die man auch besonders liebt. Das eine bedeutet aber nicht immer auch das andere. Denn nicht immer ist das, was wir gut können auch das, was wir am liebsten tun (meine Frau beispielsweise kann toll rechnen, ein Job als Controllerin wäre für sie aber die Höchststrafe). Ist beides jedoch im Gleichgewicht – die Fähigkeit und eine leidenschaftliche Haltung zu ihr –, kann Großes entstehen. Selbst dann, wenn man in dieser Disziplin anfangs vielleicht noch gar nicht so gut ist. Denn es geht nicht darum, wie gut man ist, sondern wie gut man sein möchte.

Genauso verhält es sich auch mit einer Marke. Eine kraftvolle Marke bringt auch immer etwas Prospektives zum Ausdruck – etwas, das sie derzeit noch nicht erfüllt. Einen Wunsch, ein Ziel, ein Versprechen, an dem man noch arbeiten muss, das einen anspornt und motiviert, jeden Tag sein Laptop hochzuklappen. Sie ist demnach immer auch ein Blick in die Zukunft. Wie ein Magnet zieht sie den Unternehmer, den Freiberufler oder auch den Mitarbeiter in die richtige, eben gewünschte Richtung. Denn eine Marke dient nicht nur dem Kunden zur Orientierung und zur Identifikation. Sie dient auch dem Markenbesitzer als Fixstern für das eigene unternehmerische Denken und Handeln. Und sie hilft, sich bei allen unternehmerischen Tätigkeiten auf das Wesentliche zu konzentrieren, nicht auf das Nötigste (das ist ein himmelweiter Unterschied).

Bei der Markenbildung sollte man sich deshalb immer zwei Fragen stellen: 1. Spiegelt sie das wieder, was ich bin? und 2. Spiegelt sie auch das wieder, was ich mal sein möchte?

Dazu passend fand ich vor ein paar Jahren eine Geschichte*:

Ein junger Mann arbeitete als Bote in einer Werbeagentur. Eines Tages sagte er zu seinem Chef: „Ich kündige. Ich werde Schlagzeuger.“ Der Chef erwiderte, „Ich wusste gar nicht, dass Sie Schlagzeug spielen.
Der junge Mann sagte: Tue ich auch noch nicht.
Ein paar Jahre später spielte der junge Mann in der Band mit Eric Clapton und Jack Bruce. Die Band hieß Cream und der junge Mann Ginger Baker. Der Rest ist Geschichte. Er wurde das, was er werden wollte, bevor er überhaupt wusste, ob er es konnte.

Auf die Frage, was sie beruflich am liebsten tun (möchten), haben viele Menschen noch keine klare Antwort. Das ist nicht nur schade, sondern auch ökonomisch betrachtet eine echte Verschwendung. Denn in keiner anderen Disziplin entwickelt man soviel Kraft, Ausdauer, Disziplin und Freude. Alte Regel: Intrinsische schlägt extrinsische Motivation. Und davon mal ganz abgesehen: Die Suche nach dem, wofür man wirklich brennt, gehört mitunter zu den spannendsten Reisen des (Berufs)Lebens. Eine Reise, bei der man schließlich bei sich selbst ankommt. Gibt es ein schöneres Reiseziel?

Sie sind Freiberufler oder Unternehmer und möchten mehr darüber erfahren, wie Sie Ihren Markenbildungsprozess in Gang setzen und schließlich in Markenkommunikation (wie beispielsweise ein Logo, eine Website etc.) umsetzen? Vom 7. bis 8.10.2016 findet hierzu ein passender Brand Coaching Workshop statt. Sie haben Fragen, Anregungen? Ich freue mich auf einen Dialog.

 

* Whatever you think, think the opposite, Paul Arden (1940 – 2008), Creative Director unter anderem bei Saatchi und Saatchi.

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