Das Strukturmodell der 4 C's

Das Strukturmodell der 4 C's

Das Strukturmodell der 4 C's

In unseren Workshops und Seminaren werden wir oft nach weiteren Strukturmodellen gefragt. Das GROW Modell und Steve de Shazers lösungsfokussierte „Seven Steps to Solution“ werden im Rahmen unserer Ausbildung ja intensiv behandelt. Nun möchten wir Euch ein weiteres Modell vorstellen, das Euch hilft, Euren Coachings eine klare Struktur zu geben, nämlich das Modell der 4 C’s.

Ähnlich wie das GROW Modell bilden die 4 C’s den roten Faden für den Gesprächsverlauf. Auch hier wird der Prozess in vier Schritten beschrieben: 

  1. Connection: Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung ( = Verbindung)
  2. Co-Creating: das Anliegen verstehen, Ziele ableiten ( = Verständnis)
  3. Clarity: die innere Klarheit schaffen ( = Verhandlung)
  4. Commitment: verbindliche Verantwortungsübernahme ( = Verantwortung)

Frei übersetzt könnten aus den 4 C’s im Deutschen die 4 V’s werden: 

1. Connection / Verbindung (Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung)

Im ersten Schritt „Connection“ geht es darum, Vertrauen und Offenheit herzustellen und eine Beziehung zum Klienten aufzubauen. Der Coach sollte sich und dem Klienten Zeit zum Ankommen geben, sich auf den Klienten fokussieren und eine offene, lockere, relaxte und vielleicht sogar humorvolle oder herzliche Atmosphäre schaffen. Außerdem sollte sich in dieser Phase auf die Rahmenbedingungen des Coachings verständigt werden.

2. Co-Creating / Verständnis (das Anliegen verstehen und Ziele ableiten)

Im Idealfall kommt der Klient mit einem klaren Ziel. Allerdings ist das genannte Ziel häufig relativ schwammig formuliert und auch dem Klienten selbst noch nicht ganz klar. Aufgabe des Coaches in dieser 2. Phase des Coachings ist es zu verstehen, was genau der Klient will und diesen Wunsch gemeinsam mit dem Klienten in eine Zielformulierung zu gießen. Dabei gelten die Zielkriterien wie im GROW, d.h. positiv formuliert, machbar und selbst-initiierbar und möglichst SMART. 

3. Clarifying / innere Verhandlung (die innere Klarheit schaffen, Ambivalenzen erkennen)

Im Erleben des Klienten gibt es Dinge, die unklar sind, die nicht hinnehmbar erscheinen oder die ganz konkret verändert werden sollen. In dieser Phase arbeitet der Coach mit dem Klienten an dessen Wirklichkeitskonstruktion. D.h. er unterstützt den Klienten dabei, die eigenen Sichtweisen zu rekonstruieren und anschließend neue Perspektiven auszuloten, die ggf. hilfreicher sind. Ziel ist es, mehr Klarheit darüber zu erreichen, wie jemand z.B. denken, fühlen oder handeln muss, damit es zu Problemerleben kommt. Etwas flapsig formuliert, ist es die Phase der Einsicht, des Erkennens eigener Annahmen und Überzeugungen, die sowohl hinderlich als auch hilfreich sein können.

4. Commitment / Verantwortung (verbindliche Verantwortungsübernahme)

In dieser Phase geht es darum, die Motivation für die Umsetzung der Ziele zu überprüfen und ggf. zu erhöhen oder auch das Ziel entsprechend anzupassen. Darüber hinaus werden konkrete nächste Schritte und Maßnahmen bestimmt sowie Korrektur- und Erfolgsschleifen und Follow up’s eingebaut.

Unser Fazit:

Wie im GROW sind alle Phasen wichtig für den erfolgreichen Coachingprozess. Die Phasen sind etwas anders zugeschnitten, im Prinzip sind beide Modelle ähnlich.

Wo liegen aus unserer Sicht die Hauptunterschiede:

4 C’s

GROW

Connection

G

Co-Creating

G

Clarifying

R

Commitment

OW

 

Durch die 4C-Struktur wird dem Aufbau der Beziehungsebene eine explizitere Bedeutung beigemessen. Wir finden, dies ist eine gute Anregung, falls Ihr dies nicht ohnehin schon macht.

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